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Hangelar Open 2013 – The very special Edition

geschrieben von Christopher Pöschl

Die Jubiläumsausgabe der Hangelar Open zum 25jährigen Geburtstag des 1. PBC Sankt Augustin und des Billardcenters Hangelar sollte eine besondere werden – in vielerlei Hinsicht!
Doch eines nach dem anderen.
Als wir im Januar 2013 mit den Detailplanungen begannen, war das Ziel eindeutig definiert. Es sollte ein noch hochwertigeres, noch besseres, noch schöneres Event werden als in den Jahren zuvor. Schwierige Aufgabe für das Orga-Team, denn aus unserer Sicht waren auch die letzten Open schon ein schöner Erfolg.
Nach kurzer Überlegung dann die Definition des Ziels: Hong Kong Challenge „reloaded“!
Also schnell mal Kontakt mit unserem Freund Earl Strickland aufgenommen und nachgefragt, ob er sich das vorstellen könne. Die Antwort kam schnell und war eindeutig: sehr gerne! Nun mussten wir nur noch „The Magician“ Efren Reyes für uns gewinnen. Nach einigen Mails stand auch hier fest, dass unser Traum in Erfüllung gehen sollte. Der weltbeste Poolspieler und das Enfant terrible der Szene kommen nach Hangelar – zusammen!
Nun konnten wir auch unsere Anmeldeseite öffnen und hofften natürlich auf großen Zuspruch. Doch wurden unsere Hoffnungen bei weitem übertroffen, denn innerhalb von wenigen Tagen war das Feld restlos ausverkauft und bezahlt. Das hat es in dieser Form bei uns noch nie gegeben. Da nun natürlich auch die Warteliste entsprechend groß war, beschlossen wir zu handeln, und das Feld auf 192 Teilnehmer zu erweitern, um möglichst allen Interessenten die Chance zu geben, dabei zu sein.
Umso größer war natürlich der Schreck, als uns Earl Strickland mitteilte, dass er aufgrund von Sponsorenverpflichtungen gezwungen sei, das zeitgleich stattfindende 14.1 World Tournament in New York zu spielen. Für uns stand fest: wir müssen handeln. Also fragten wir unseren alten Freund und Stargast der Hangelar Open 2011, Nick Varner, ob er nicht den Part von Earl übernehmen wolle. Nick hatte zwar Bedenken wegen seines Alters und seiner Gesundheit, freute sich aber sehr über die erneute Einladung und sagte schließlich zu.
So kam es dann am 23.8. zur Eröffnung der Hangelar Open 2013 – mit dem größten Feld der Turnierhistorie. Exakt 192 Spieler/innen konnte die Schirmherrin, Bürgermeisterin Roitzheim, begrüßen, darunter Teilnehmer aus den Niederlanden, Spanien, Tschechien und England. Für internationales Flair war also gesorgt, ebenso wie für Qualität, denn Namen wie Niels Feijen (2maliger HO-Champion), Dominic Jentsch, Nico Ottermann, Karlo Dalmatin, Joshua Filler, Martin Steinlage, Ina und Jörn Kaplan, Sascha Tege, Nick van den Berg, Sebastian Staab, Klaudio Kerec, Christian Reimering und viele mehr versprachen Poolbillard auf europäischem Spitzenniveau. Ausserdem war ein Großteil der Spieler der 1. und 2. Bundesliga anwesend.
Die Freitagsgruppe brachte auch nur eine wirkliche Überraschung hervor, und zwar den vorzeitigen Abschied von Dominic Jentsch, der sich mit zwei Niederlagen gegen Mike Wünsche und gegen Ivo Aarts aus dem Turnier verabschieden musste.

Am Freitag abend stand dann die schon legendäre Challenge auf dem Programm, in diesem Jahr natürlich zwischen Efren Reyes und Nick Varner. Alle 150 Sitzplätze waren binnen weniger Stunden ausverkauft, und weitere 200 Zuschauer tummelten sich auf den Stehplätzen – eine unglaubliche Atmosphäre!
Leider konnte Nick nur die erste Hälfte der Challenge spielen, bis ihn eine Schulterverletzung zur Aufgabe zwang. Dankbarerweise erklärte sich Niels Feijen sofort bereit, den zweiten Teil der Challenge zu übernehmen – wurde aber ebenfalls wie zuvor Nick Varner von Efren deutlich in die Schranken gewiesen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, die Zuschauer fieberten bis zur letzten 10 mit, und auch die Akteure waren sichtlich beeindruckt.
„Ich habe schon viele internationale Turniere gespielt, aber so eine Stimmung wie hier am Freitag habe ich noch nicht erlebt. Das war mindestens vergleichbar mit dem Mosconi Cup.“ äusserte sich der bis dahin zweifache Sieger der Hangelar Open, Niels Feijen.
Auch die Samstagsgruppe blieb in der Folge ohne größere Überraschungen, Ina Kaplan scheiterte in der 6. Verliererrunde denkbar knapp mit 5:6 an Mario Stahl, wurde aber trotzdem beste Dame der Hangelar Open und sicherte sich das Sonderpreisgeld in Höhe von 150 €. Sie hätte Turniergeschichte schreiben können, denn bisher ist es noch keiner Dame gelungen, sich in die Endrunde durchzusetzen.
Die Endrunde der besten 32 Spieler am Sonntag morgen begann direkt mit einem Paukenschlag. Der durch die Verliererrunde in die Endrunde eingezogene Mosconi-Cup-Spieler Nick van den Berg musste direkt in der ersten Endrunde gegen Niels Feijen antreten. Circa 80 Zuschauer umlagerten den „kleinen“ Centercourt bei dieser Partie, in der sich beide Akteure nichts schenkten und Niels Feijen letztendlich mit 7:5 die Oberhand behielt.
Was war eigentlich mit Efren Reyes? The Magician behielt sowohl beim 7:4 gegen Vorjahresfinalist Karlo Dalmatin und beim folgenden 7:3 gegen Fitim Haradinaj als auch beim 7:4 im Viertelfinale gegen Beni Heimmerer die weiße Weste und musste somit im Halbfinale gegen den Lokalmatador Christian Reimering antreten. Zunächst sah alles ganz deutlich aus. Schnell lag der philippinische Superstar mit 3:0 in Front, doch Christian war an diesem Tag alles andere als ein resignierender Gegner. Mit aller Gewalt stemmte er sich gegen die Niederlage und lag plötzlich mit 5:3 in Front. Diesen Vorsprung konnte er ins Ziel retten und zog damit verdient ins Finale der Hangelar Open 2013 ein.
Sein Gegner dort war kein geringerer als Doppelchampion Niels Feijen, der in seinen ersten Endrundenpartien gegen van den Berg und Marco Teutscher schon mit dem Rücken zur Wand gestanden hatte, sich aber dennoch beide Partien sichern konnte und im Anschluss ein 7:0 und ein 7:2 folgen ließ.
Nachdem Efren Reyes im kleinen Finale gegen Julian Kortüm relativ leicht und sicher mit 7:1 die Oberhand behielt, konnte nun das Finale nach dem Motto „Lokalmatador gegen Doppelsieger“ starten. Die Arena war fast voll besetzt, und Christian Reimering startete wie die Feuerwehr. 6:1 stand es nach einer halben Stunde, und viele dachten wohl schon an ein deutliches Ergebnis wie in den Vorjahren. Aber Niels Feijen dachte überhaupt nicht daran, sich einfach zu ergeben, sondern drehte nach einem „trockenen“ Break von Christian den Spieß um und drehte den Satz auf 7:6. Ab diesem Moment war es kein Finale für schwache Nerven mehr, sondern ein Match auf absolutem Topniveau, welches sich bis zum 10:10 fortsetzte. Nach Christians Break sah alles nach einem erstmaligen Turniersieg des für Sankt Augustin spielenden Leverkuseners aus, bis ihm beim Stoß auf die 5 die weiße Kugel mit fiel. Der Rest war mit Ball in Hand nur noch Formsache für den ehemaligen Weltmeister aus den Niederlanden, der mit 11:10 seinen dritten HO-Sieg in 4 Jahren feiern konnte und sich ein Preisgeld von € 2.700 sicherte.

Niels Feijen (NED)

Niels Feijen (NED)

Nicht unerwähnt bleiben sollte der Erlös der Tombola, dessen größter Teil in diesem Jahr an den integrativen Kindergarten „Flohzirkus“ ging. Hier werden gesunde und behinderte Kinder gemeinsam erzogen. Für den Kindergarten kamen in diesem Jahr € 1.200 zusammen, dafür ein riesen Dankeschön an alle Loskäufer/innen und Preisspender!
Bleibt der Ausblick auf die Hangelar Open 2014… noch ein Jahr in der Zukunft, aber heute schon beginnen die Planungen, denn es ist viel zu tun, um auch nächstes Jahr wieder ein ganz besonderes Event zu bieten. Wir verraten an dieser Stelle noch nichts, aber wenn unsere Ideen umgesetzt werden können, werden die HO2014 noch ein Stückchen besser als dieses Jahr. Lasst Euch überraschen!
Unser Dank zum Abschluss an alle Sponsoren, Spieler/innen, fleißige Helfer/innen und natürlich die zahlreichen Gäste, die für eine tolle Atmosphäre gesorgt haben.
See you in 2014!

Für das Orga-Team der Hangelar Open,
Christopher Pöschl