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40 Jahre BC Alsdorf – Das Interview zum Jubiläum!

40 Jahre BC AlsdorfIn diesem Jahr feiert einer der erfolgreichsten Pool Billard Vereine Deutschlands seinen 40. Geburtstag. Der BC Alsdorf wird den meisten Pool Billard Interessierten sicherlich ein Begriff sein. Seine Wurzeln hat der BC Alsdorf im Westen Deutschlands, er gehört zum Bezirksverband PBVRW und zum Landesverband BLMR. Über vier Jahrzehnte ist dieser Verein ein Vorbild für Kontinuität, Erfolg und Zusammenhalt. Unzählige Deutsche Meister, Europameister, Landesmeister, Bezirksmeister im Einzel und mit den Mannschaften hat der Verein hervorgebracht. Zu den bekanntesten Pool Billard Spielern, die in Alsdorf geformt wurden, zählt zum einen Ralf Souquet, der dreimalige Weltmeister und sechsfache World Pool Masters Champion. Ralf Souquet hat auch heute noch ein sehr enges Verhältnis zu „seinem“ Verein. Weitere Top-Spieler, die in Alsdorf groß geworden sind, sind u. a. Thomas Engert, Andreas Vondenhoff, Janine Schwan sowie Dirk und Uwe Bastin. All diese Spieler haben im Vereinstrikot des BC Alsdorf viele Titel feiern können. Aber es ist nicht nur der nackte Erfolg, der diesen Verein so sympathisch macht. Ich habe ebenfalls vor mehr als 25 Jahren meine ersten kleinen Meisterschaften als Jugendlicher in den Räumlichkeiten des BC spielen können, und bereits hier war klar das dieser Club einen enormen Spirit hat. Dieser Verein hat sehr viele Erinnerungen, die schönsten sind neben dem Erfolg die zwischenmenschlichen Geschichten, der Zusammenhalt und das gemeinsame wachsen als Verein. Der Vorstand des BC Alsdorf arbeitet sehr professionell und hört nicht auf seinen Verein vorwärts zu bewegen. Hierzu braucht es Leute die mit Leidenschaft, Freude und Detailversessenheit zu Werke gehen.

All dies war neben dem 40. Geburtstag Grund genug uns einmal mit einigen der wichtigsten Vorstandsmitglieder zu unterhalten und noch mehr zu Erfahren von einem Verein, der so viele Jahrzehnte den Pool Billard Sport, nicht nur in NRW, sondern bundesweit geprägt hat. Dieses Interview ist ziemlich umfangreich geworden, aber viele Antworten regen zum Nachdenken an und wir erfahren einiges rund um diesen Verein. Dieses Interview wurde mit vier Leuten geführt. Mit dem 1. Vorsitzenden Kai Delling, er ist seit 1996 Mitglied des Vereins und hat sehr viel Erfahrung in Sachen Funktionärsarbeit. Er war 5 Jahre lang 1. Vorsitzender des PBVRW, Vizepräsident des BLMR und 3 Jahre lang Beisitzer im Stadtsportverband der Stadt Alsdorf. Der nächste ist Frank Krause, er ist 2. Vorsitzender des Vereins und ebenfalls seit sehr vielen Jahren ein sehr wichtiger Teil dieses Clubs, bei dem er u. a. das Jugendtraining leitet. Ein weiterer sehr interessanter Interview-Teilnehmer ist der Sportwart Ingo Lamberti. Dieser Name ist sicher vielen in der Pool Billard Szene ein Begriff. Ingo Lamberti ist seit 2006 Mitglied beim BC Alsdorf und ist unermüdlicher und professioneller Antreiber im sportlichen Bereich. Im Jahr 2011 hat Sixpockets.de ein Interview mit dem damaligen Landessportwart des BLMR geführt, dieses Interview ist sehr oft gelesen worden und bereits damals hat Ingo mit klaren Worten und visionären Ideen gepunktet. Ich kann Euch jetzt schon versprechen, dass er auch diesmal kein Blatt vor den Mund nimmt 😉

Nun, und natürlich darf die wohl wichtigste Person des BC Alsdorf in den letzten Jahrzehnten nicht fehlen bei einem solchen Interview. Ich denke, dass ich niemanden zu nahe trete, wenn ich sage, dass Juliane Delling die wohl prägendste und wichtigste Figur des BC Alsdorf ist, ohne Sie wäre der Verein heute nicht da, wo er aktuell ist. Sie ist 1981 in diesen Verein eingetreten und seit 1986 ist sie Vorstandsmitglied (Kassiererin) und war nebenher lange Jahre Geschäftsführerin, 2. Vorsitzende und Damenwartin des PBVRW.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht an diesem sehr schönen Sonntagvormittag, es gab viel zu diskutieren und es war spannend mitzuerleben, wie alle mit Ihren Erinnerungen der letzten Jahre beschäftigt waren. Auch Sixpockets.de gratuliert natürlich recht herzlich zu diesem Jubiläum und wünscht dem BC Alsdorf für die nächsten Jahre alles Gute und macht weiter so! So, nun genug der einleitenden Worte, jetzt wünsche ich allen viel Spaß beim Lesen!

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40 Jahre und Ihr alle seid ein großer Teil dessen, was diesen Verein ausmacht. Was sind für Euch die wichtigsten Eckpfeiler die den BC Alsdorf über eine so lange Zeit funktionieren lassen?

Juliane: Zum Ersten unser gut funktionierter Vorstand, zweitens unsere Vereinsaktivitäten auch außerhalb des Vereines. Natürlich ist auch der Umgang unserer Sportler miteinander ziemlich wichtig, der zum größten Teil geprägt ist von einem sehr schönen Miteinander.

Kai: Die Mitglieder und deren Einstellung zum Verein. Der Vorstand, der sich in den letzten 15 Jahren sehr stark zum Vorteil des Vereins weiterentwickelt hat. Die stetige Weiterentwicklung des Vereinsheims als moderne Sportstätte und natürlich Juliane, sie ist die Seele des Vereins und hat heute noch genau soviel Elan wie am ersten Tag. Sie ist die wichtigste Person im Verein und das schon über 30 Jahre.

Frank: Eine stetige Entwicklung jedes Einzelnen, das familiäre Umfeld und die grenzenlose Liebe zu diesem Sport!

Ingo: Die wichtigsten Eckpfeiler sind ganz sicher Horst Vondenhoff zu Beginn und in den letzten ca. 30 Jahren Juliane Delling. Diese beiden Personen sind in der Historie die wichtigsten Personen. Ebenso ein sehr wichtiger Eckpfeiler in der jüngeren Geschichte, ist der immer professioneller arbeitende Vorstand. Ein wichtiges Kriterium um diesen Verein so perfekt wie möglich führen zu können.

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Ihr könnt Stolz auf das erreichte sein, wie beurteilt Ihr diese lange Zeit des BC Alsdorf aus heutiger Sicht?

Juliane: Natürlich prägt den Verein der Erfolg, den wir gemeinsam miteinander haben, aber auch Niederlagen werden gemeinsam geteilt.

Kai: Was den Verein ausmacht, ist die Kontinuität und die Liebe zu einen harmonischen miteinander. Unser großer Vorteil ist, dass wir für alle etwas bieten (Hobbyspieler, Anfänger sowie fortgeschrittene Spieler).
Was haben wir erreicht: Ein Vereinsheim, das seines gleichen sucht und stetig modernisiert wird. Erfolge auf allen Ebenen (Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Landes- und Verbandsmeister). Die hohe Vereinstreue der Mitglieder zeugt von einer hohen Identifikation mit diesem Verein.
Zusammengefasst kann man sagen, dass der Verein viele Höhen und Tiefen in den vergangenen 30 Jahren durchlebt hat. Der Verein war finanziell nicht immer so gut aufgestellt wie heute. Oft gab es Situationen die uns an die Grenze des Belastbaren gebracht haben, aber mit viel Herzblut und Willen haben wir es geschafft den Verein auf solide finanzielle Beine zu stellen. Ein harter Kampf..!
Ohne die stetig wachsende Vorstandsarbeit wäre das nicht möglich gewesen.

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Von außen betrachtet schaut die Organisation eines so großen Clubs recht einfach aus, aber es gibt ganz bestimmt auch viele Schwierigkeiten, damit man eine so lange Zeit erstklassige Vereinsarbeit leisten kann. Gab es schwierige Zeiten, die der Verein zu überstehen hatte?

Juliane: Es gab viele schwierige Zeiten. So der Unfall am Eröffnungstag unseres damaligen 1. Vorsitzenden und Gründers Horst Vondenhoff. Als uns Horst 1988 verließ und sich einige alte Mitglieder ihm anschlossen und auch mit dem Billard-Sport aufhörten, gab man den BC Alsdorf noch zwei Jahre, bis er von der Bildfläche verschwunden ist. Ich gab Horst mein Versprechen, dass ich alles Erdenkliche tun werde, um den Verein am Leben zu erhalten. Es folgten unendliche viele Jahre, in denen ich hart kämpfen musste, egal ob es um Mitglieder oder Finanzelle Dinge ging. Aufwärts ging es dann, als ich Vorstandsmitglieder bekam, die mit mir Verantwortung übernahmen. Seit vielen Jahren nun haben wir einen Vorstand der Gesamtverantwortung übernimmt und stetig daran interessiert ist den Verein nach vorne zu bringen.

Kai: Ja klar!
Ich muss ein wenig ausholen……..
Als ich 1996 in den Verein kam, merkte ich schnell, dass hier irgendwas nicht stimmte. Es gab zwar einen Vorstand jedoch wurde sämtliche Arbeit von Juliane erledigt. Neben der Vorstandsarbeit war sie auch jeden Tag im Vereinsheim hinter der Theke und man soll es nicht glauben, aber sie hat auch alle bedient und sogar die Getränke an den Tisch gebracht. Was für ein Wahnsinn dachte ich mir …
In der darauffolgenden Zeit begann ich Juliane zu unterstützen. Schnell wuchs mir der Verein ans Herz und auch Juliane merkte, dass es mit der Unterstützung auf einmal viel besser geht.
Schwere Momente:
– Dachsanierung ohne Unterstützung der Stadt. Das bedeutete eine hohe finanzielle Belastung für den Verein die ohne private Bürgschaft nicht zu realisieren gewesen wäre.
– Vorstandsmitglieder, die leider nur in Gedanken die Aufgaben erledigt haben, gemacht haben Sie nichts. Schwierige Zeiten diese los zu bekommen.
– Der Weggang von Spielern, die den Verein geprägt haben.
– Die Suche nach Unterstützung bei der Vorstandsarbeit.
– Dass nun alles von außen so aussieht, dass die Organisation des Vereines ganz einfach wäre.

Ingo: Aus Erzählungen weiß ich natürlich auch von Zeiten, wo nicht alles so einfach war. Da ich erst seit 2006 dem Club angehöre bzw. seit 2008 erst für die sportlichen Belange als Sportwart zuständig bin, beschränke ich mich mal auf die letzten 9 Jahre.
Wie schwer oder einfach die Organisation eines großen Vereins ist, hängt natürlich von den zuständigen Funktionären und den Mitgliedern ab. Mit Sicherheit gibt es Billardspieler, die es ihren Vereinen nicht immer so leicht machen, aber davon wurde der BC Alsdorf, mit nur ganz wenigen Ausnahmen, größtenteils verschont. Da es in den letzten 10-15 Jahren einen sogenannten harten Kern von 4-5 Vorstandsmitgliedern gab, die durch ihre Arbeit und auch Ansichten dem Club ihren Stempel aufgedrückt haben, wurde es von Jahr zu Jahr einfacher kontinuierliche Vorstandsarbeit zu leisten. Auf die direkte Frage der schwierigen Zeiten zurückzukommen, kommt von mir ein klares Nein, das auf meine letzten 9 Jahre bezogen ist.

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vlnr. Juliane Delling, Kai Delling, Carsten Lehmann und Ingo Lamberti

Aus Euren Reihen kommen sehr viele Europameister, Deutsche Meister, Landesmeister und sogar einen Weltmeistertitel konnten Ihr Feiern. Auch in den Mannschaftswettbewerben habt Ihr in den letzten Jahrzehnten Eure Spuren hinterlassen. Was könnt Ihr noch erreichen, was ist Euch aus sportlicher und perspektivischer Sicht wichtig in den nächsten Jahren?

Ingo: Ja, das stimmt. Es gibt kaum einen Titel im Einzel- oder Mannschaftswettbewerb, wo nicht schon mal der BC Alsdorf als Vereinsname dabei stand. Allen voran ist da natürlich unser Weltmeister Ralf „the Kaiser“ Souquet zu nennen. Auch wenn er zwischendurch immer wieder mal für andere Vereine sein Queue schwingt, aber er ist und wird immer Alsdorfer bleiben.
Bei den Mannschaften sind unsere Damen natürlich eine fast unüberwindbare Hürde in Deutschland.
In den letzten 11 Jahren ging der Titel bei den Damenmannschaften 7 x zum BC Alsdorf. Dazu noch der erste Titel im Jahre ´96 macht uns insgesamt zum 8-fachen Deutschen Meister. In dem Bereich gibt es kaum Steigerungsmöglichkeiten. Wir werden aber versuchen auch in den nächsten Jahren an der Spitze zu bleiben.
Generell liegt uns allerdings mehr daran den Verein weiterhin auf gesunden Füßen stehen zu lassen und den Mitgliedern etwas bieten zu können. Wir werden auch in Zukunft keine finanziellen Mittel aufwenden, um dadurch mehr sportlichen Erfolg zu haben. Wir unterstützen lieber unsere Eigengewächse oder erfolgreiche Sportler auf höheren Ebenen. Dadurch, dass wir unsere finanziellen Mittel in unser Clubheim bzw. in das Wohlbefinden unserer Mitglieder investieren, erhalten wir indirekt unsere Belohnung durch viele langjährige Mitgliedschaften bzw. Neuzugänge, die dieses System anerkennen und sonst eventuell nie den Weg zum BC Alsdorf gefunden hätten.

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Sixpockets.de: Natürlich wollten wir auch einige persönliche Worte von Ralf Souquet haben, die an dieser Stelle gut hineinpassen. Ralf schrieb mir kurz vor den World 9 Ball China Open 2015 folgendes …

Ralf Souquet: Hallo Flo,
natürlich verfolge ich nach wie vor als passives Mitglied das Geschehen rund um den BC Alsdorf. Da ich auch im Email Verteiler bin, bekomme ich auch aus der Ferne das Meiste mit. Klar ist es auch aus Zeitgründen nicht mehr so intensiv wie früher, aber da meine Eltern ja vor Ort sind, ist der Kontakt nie abgebrochen und wird auch in der Zukunft nicht abbrechen. Der BC Alsdorf ist und wird immer mein Herzensverein bleiben.
Zum einen habe ich meine Karriere dort in der Bundesliga begonnen und viele nationale Titel errungen. Zum anderen sind noch viele alte Weggefährten im Umkreis von Alsdorf aktiv und daher komme immer wieder gerne zu Besuch.
Im Vergleich zu früher hat sich in der Billardszene einiges verändert aber der BCA ist seiner Linie treu geblieben und hat die Jugendförderung sowie den Zusammenhalt innerhalb des Clubs immer vorangetrieben. Trotzdem wäre es schön, wenn es in Zukunft weiter bergauf geht und die erste Mannschaft vielleicht mal wieder Richtung Bundesliga schielen könnte. Das würde ich dem ganzen Verein von Herzen wünschen.
Sollte dies in Zukunft nicht der Fall sein, dann wäre es auch nicht tragisch, solange der Verein auf gesunden Beinen steht.
In diesem Sinne, schöne Grüße aus der Ferne in die Heimat, macht weiter so und lasst euch nicht verbiegen.
Euer Ralf

Frank Krause

Frank Krause

Aus meiner Sicht haben die meisten von Euch den Spaß am Pool Billard noch längst nicht verloren. Es gibt Vereine, wo die „Entscheider“ nur noch Verwalten und der Enthusiasmus verloren gegangen ist. Was treibt jeden von Euch an, seinen Vorstandsposten perfekt auszufüllen?

Juliane: Meine Liebe zum Verein und unseren Mitgliedern.

Kai: Das bestreben den Verein so zu organisieren, dass sich auch alle verschiedene Charakteren/Persönlichkeiten bei uns wohlfühlen.  Wir wollen es schaffen, dass die große Gemeinschaft ohne großen Stress oder Probleme miteinander Ihren Sport ausführen kann.
Und natürlich möchte man den Verein immer weiter nach vorne bringen, d. h. wir haben das ständige bestreben die Sportstätte für die Mitglieder weiter zu modernisieren. Turniere so zu organisieren, dass die Gäste auch immer gerne wieder kommen, weil es Ihnen Spaß gemacht hat und sie sich rundum wohlgefühlt haben.

Frank: Wie erwähnt ist es die Liebe zu diesem Sport! Aber leider gelingt es mir nicht immer, meinen eigenen Ansprüchen für dieses Ehrenamt gerecht zu werden!

Ingo: Der für mich wichtigste Punkt ist definitiv die Zusammenarbeit in diesem Vorstand. Da ganz speziell die Zusammenarbeit mit Juliane. Sie ist ebenso verrückt wie ich und bei ihr kommt mein Lieblingssatz „Alles für den Dackel, alles für den Club“ ebenso zum Tragen wie bei mir. Viele Außenstehende sind zwar oft der Meinung, dass wir uns ständig streiten würden, wenn es um den Club geht, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Mischung in unserem Vorstand passt fast perfekt zusammen, auch wenn es 2-3 Positionen gibt, die ab und zu neu besetzt werden.
Das es in vielen Vereinen den Tatsachen entspricht, dass manche Funktionäre nur noch verwalten, keine Ideen mehr haben, die Lust auf Neues vergangen ist und sich immer weniger „Alte“ um den Nachwuchs kümmern möchten, das ist ein offenes Geheimnis. Leider werden diese Vereine in den nächsten 5-10 Jahren auch die Quittung dafür bekommen. Viele Vereine erleben es schon Jahr für Jahr, indem ihnen Mitglieder laufen gehen, von denen auch einige den Weg zu uns finden, da es sich in der Szene ja auch herumspricht, wie wir den BC Alsdorf führen. Deutlich zu sehen ist dieser Trend auch an den bundesweiten Mitgliederzahlen in den Vereinen bzw. an der Anzahl der Vereine in Deutschland. Die Zahlen beim BC Alsdorf entwickeln sich eindeutig im Gegensatz zum allgemeinen Trend.
Mein Ansporn speziell, ist der Drang zum Perfektionismus. In diesem Falle lasse ich mir den gegebenen Spitznamen „Korinthenkacker“ gerne gefallen. Meine Arbeit entwickelt und richtet sich ja auch an den gegebenen Aufgaben, den gesteckten Zielen und der Entwicklung der Mitgliederzahlen. Je größer der Verein wird, desto mehr muss man auch ab und zu die Zügel anziehen. Wenn man 70-80 Mitglieder vernünftig führen will, bedarf es einer straffen Hand und einem Vorsitzenden, der hinter den Entscheidungen seiner Funktionäre steht und im Verein eine Stellung einnimmt und verkörpert, die bei den Mitgliedern den nötigen Respekt vor der Person oder dem Amt hervorbringt. Das geschieht natürlich nur, wenn die Funktionäre entsprechend gute Arbeit verrichten.

Ingo Lamberti

Ingo Lamberti

In den letzten Jahren ist der Verein ein wenig von der Bildfläche verschwunden, wenn es um ein schlagkräftiges Pool Billard Bundesligateam geht. Welche Ambitionen hat der BC Alsdorf, wenn es um dieses Thema geht?

Ingo: Welche Ambitionen? Bundesliga zu spielen?
Einiges habe ich ja bei Frage 4 schon beantwortet. Ich bin ja in der glücklichen Situation alle Bundesligavereine zu kennen bzw. Kontakt zu den Vereinen oder Sportlern zu haben. Was ich da teilweise mitbekomme oder höre, senkt meine persönlichen Ambitionen in diese Richtung so ziemlich gegen null. Was die Ambitionen des BC Alsdorf angeht, gibt es absolut keinen Grund sich profilieren zu müssen, indem man 1. oder 2. Bundesliga spielt. Das ist leider der Hauptgrund vieler anderer Vereine. Sie wollen sich einen Namen machen und glauben, dass dieses dadurch passiert, dass man in der Bundesliga spielt. Das sehe ich vollkommen anders. Wir haben in Deutschland einen Namen und den haben wir nicht, weil unsere 1. in den 80er Jahren mehrmals Deutscher Meister war. Bei uns liegt es an der kompletten Breite des sportlichen Erfolgs. Da kommen Einzel- und Mannschaftstitel bei den Damen, Ladies, Herren und Senioren. Dazu unsere erfolgreiche Jugendarbeit, die uns schon unzählige Titel in Deutschland und Europa eingebracht hat. Soll ich hier mal alle Vereine aufzählen, die mir aus meiner jetzt 29-jährigen Billardkarriere einfallen, die versucht haben, mit Geld Ansehen und Titel zu erreichen? Soll ich auch mal aufzählen, was aus vielen dieser Vereine geworden ist? Stimmt, bei vielen weiß ich es nicht, denn sie existieren schon seit vielen Jahren nicht mehr oder dümpeln jetzt erfolglos irgendwo in den unteren Ligen rum. Geld alleine macht aus keinem Verein einen guten Verein und Tradition, die kann man nicht kaufen, die muss man sich über viele Jahrzehnte hart erarbeiten. Unsere 1. Mannschaft ist ganz aktuell in die Regionalliga aufgestiegen, man könnte es auch 3. Liga nennen. Da wird sie auch in der kommenden Saison mit der gleichen Besetzung spielen, auch wenn alle wissen, dass ein Aufstieg in die 2. Liga fast unmöglich ist. Warum sollten wir diesen Umstand nicht akzeptieren? Sollen wir jetzt auf die Suche nach Billard-Söldnern gehen, die für 100€ mehr pro Saison die Vereine schneller wechseln als ihre Unterhemden? Die sich in keiner Weise mit dem BC Alsdorf identifizieren können, die nur Geld verdienen wollen, die keinen Beitrag zahlen wollen, die Spritgeld haben wollen, wenn sie ins Clubheim zum Training kommen, die ihre 3 Getränke am Spieltag auch noch umsonst haben wollen und dann pro gewonnene Partie Bargeld sehen wollen? Geld, das alle anderen Mitglieder durch ihren Beitrag und ihren Umsatz eingebracht haben. Da bin ich eher dafür zu haben, dass wir eine 10. und 11. Mannschaft in der Kreisklasse anmelden. Denn durch diese 10 Mitglieder kommen 3000€ Beitrag/Jahr in die Vereinskasse und jede Mannschaft hat 9 Heimspiele, also insgesamt 18 Heimspiele, die wiederum Einnahmen bringen, mit denen wir lieber unser Vereinsheim verschönern oder auf neusten technischen Stand bringen, denn genau davon haben wirklich alle Mitglieder was. Und wenn mal etwas mehr Geld da ist, dann kaufen wir unseren Mitgliedern auch mal fünf Brunswick Gold Crown V Tische.
Das sind z. B. Ambitionen, die der BC Alsdorf hat. Zufriedene Mitglieder und Gäste/Zuschauer, die sich in unserem Clubheim wohlfühlen und immer gerne wieder zu Veranstaltung den Weg nach Alsdorf finden.

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Die Jugendarbeit des BC Alsdorf wird fast überall lobend erwähnt, welche Bemühungen unternehmt Ihr, um Eure Jugendlichen zu fördern und neue junge Leute in den Club zu bekommen?

Frank: Wir versuchen den Jugendlichen Werte zu vermitteln die über den Billardsport hinausgehen! So darf ich auch hier erwähnen das dadurch Jugendliche sich mit dem Verein BC Alsdorf Identifizieren, so auch unserer heutiger Geschäftsführer Carsten Lehmann, der aus unserer Jugend stammt. Sportlich gesehen bieten wir das Jugendtraining an was in den letzten Jahren auch sehr positiv angenommen wurden ist. Natürlich geht die Anzahl der Jugend mal rauf und runter. Zurzeit nehmen acht Jugendlichen an diesem Training teil, zu spitzen Zeiten waren es mehr als doppelt so viele. Um auch hier neue Jugendliche für diesen schönen Sport begeistern zu können, haben wir mit der Gustav–Heinemann Gesamtschule in Alsdorf ab der kommenden Schulzeit eine Billard AG ins Leben gerufen. Wir würden uns freuen, wenn die maximale Anzahl von 15 Schülern sich an dieser AG beteiligen würden.

vlnr. Kai Delling, Frank Krause und Ingo Lamberti

vlnr. Kai Delling, Frank Krause und Ingo Lamberti

Ihr habt insgesamt 11 Mannschaften, etliche Pokalmannschaften, Senioren- und Damenmannschaften. Wie bekommt man das organisiert, immerhin habt Ihr „nur“ 5 Tische?

Ingo: Das alles mit 5 Tischen zu organisieren ist natürlich ein kleines logistisches Wunder, aber es funktioniert. Wenn alles zu einfach wäre, dann könnte ja jeder meinen Job machen 😉

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Wie viele Stunden Arbeit steckt pro Monat in einem solch großen und lebenden Verein?

Juliane: Die Arbeit im BC Alsdorf kann man nicht in Stunden auf messen. Jeden Tag ist man mit dem BC Alsdorf konfrontiert. Sei es in Telefonaten, sei es Planung oder oder oder. Ich für meinen Teil kann die Stunden nicht zählen, weil ich BC Alsdorf lebe und das den ganzen Tag.

Kai: Das ist schwer zu sagen, da man sich eigentlich den ganzen Tag über den Verein Gedanken macht. Vor allem wenn nach sich im Vereinsheim zum Training oder gemütlichen Zusammensein trifft. Ich habe die Stunden nie festgehalten und das möchte ich eigentlich auch gar nicht. Ich mache es aus Überzeugung, egal wie viel Zeit es in Anspruch nimmt.

Frank: Ehrlich gesagt habe ich mich mit dieser Frage noch nie auseinandergesetzt, da es für mich nicht wichtig war. Viel wichtiger finde ich das aus der erbrachten Zeit auch Ergebnisse zustande kommen!

Ingo: Das kann man in Stunden nicht ausdrücken. In Gedanken bin ich täglich mit dem Verein verbunden. Bei jeder Gelegenheit denkt man an irgendwelche Veranstaltungen, einzuhaltende Fristen, anstehende Arbeiten und, und, und …
Als Vollblut-Funktionär würde einen jeder für verrückt erklären. Ganz aktuell nur mal ein paar meiner Aufgaben:
11 Mannschaften mit Sportlern bestücken, die von ihrer Leistung in die entsprechende Liga passen bzw. untereinander auch zusammenpassen. Alleine die Telefonate mit sehr vielen unserer Mitglieder in dieser Saisonphase verschlingen mindestens 5 Std./Woche von April bis Juni. Abgesehen von allen anderen Mannschaften in den Nebenwettbewerben.
Planung der Anstoßzeiten aller Teams. Terminplanung Tischbezug. Überlegung der verschiedensten Arbeiten zum Renovierungstag. Planung Tour A+B. Plakaterstellung Brunswick-Cup. Ablauf beim Brunswick-Cup. Sponsorensuche zum Turnier. Planung Jubiläumsfeier. Ideen zum Ablauf der Feier. Ideen zur Gestaltung unseres Jubiläumsheftes. Vorbereitung Jahreshauptversammlung. Gedanken zur nächsten Vorstandssitzung.
Ich könnte diese Aufzählung noch zeilenweise fortführen. Es würde kaum ein Ende nehmen.

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Ihr seid stets bemüht Euren Mitgliedern einiges zu bieten. Vereinsfeiern, gemeinsame Ausflüge, erstklassige Turniere, wie den jährlich stattfinden Brunswick Gold Crown V Cup, und noch einiges mehr. Woher kommt die Lust auf ein solches Programm, woher nehmt Ihr diese Motivation?

Juliane: Meine Motivation sind die Mitglieder in diesem Verein, die mir ans Herz gewachsen sind. Ihnen und auch mir möchte ich ein schönes Miteinander ermöglichen, wo jeder sich wohlfühlt und gerne hinkommt.

Kai: Für uns ist es wichtig, dass wir mit der Gemeinschaft zusammen etwas erleben. Gemeinschaftliche Unternehmungen sind da ganz normal. Natürlich geht das nicht immer mit Allen, aber es sind auch nicht immer die gleichen. Die Ideen kommen oftmals von den Vereinsmitgliedern sowie auch vom Vorstand. Es sind einfach tolle Erinnerungen und meistens auch ein riesen Spaß. Alles was Spaß macht schweißt zusammen und man ist gerne mit den Leuten zusammen.

Frank: Wie von meinen Vorstandkollegen bereits mehrfach erwähnt wurde, ist es die Liebe zum Sport und das familiäre Umfeld das es möglich macht für den geilsten Verein diese Motivation aufzubringen! Auch wenn es nicht immer gelingt, jeden gerecht zu werden, da wir selber unsere größten Kritiker sind.

Ingo: Vieles habe ich in vorangegangenen Fragen schon angeschnitten. Die Lust und die Motivation bekomme ich durch das Feedback der Mitglieder und Gäste. Wenn du z. B. zu uns kommst und an einem größeren Turnier teilnimmst, oder wenn du auch nur an einem kleineren Hausturnier teilnimmst und danach, abgesehen vom sportlichen Erfolg, mir oder jemand anderem gegenüber erwähnst, dass es wieder ein gelungenes Turnier war oder der Turnierablauf gut passte, dann ist dieses meine Bestätigung gute Arbeit geleistet zu haben. Ebenfalls auch Motivation es beim nächsten Mal mindestens so gut, wenn nicht noch besser, zu machen.

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Ein neuer Verein kommt auf Euch zu und bittet Euch um Rat beim Aufbau eines Vereins, was sind aus Eurer Sicht die wichtigsten Faktoren, damit ein Verein langfristig existieren kann und die Mitglieder Ihrem Verein treu bleiben?

Juliane: Wichtig ist ein funktionierender Vorstand, eine solide Grundlage, viel Vereinsleben und natürlich Regeln, ohne die ein Verein nicht leben kann.

Kai: Es muss klar abgesteckt sein, wer sich um was innerhalb der Organisation kümmert. Klar ist aber auch, das ohne Leidenschaft eine Gemeinschaft zu organisieren kaum möglich ist. Zudem sind Regeln ganz wichtig, ohne geht es leider nicht.
Ein weiteres wichtiges Detail ist die Offenheit gegenüber den Mitgliedern.
Man sollte ebenfalls nicht zu viel zu schnell wollen, eine Gemeinschaft muss wachsen sonst kommt es zu Problemen.

Frank: Liebe, Weitsicht, Rücksicht, Ehrlichkeit und Offenheit. Das sind Eigenschaften die eine Gruppe haben sollte, wenn sie ein Projekt starten wollen, was sich Verein nennt. Damit Mitglieder sich zu einem Verein bekennen und auch treu zu ihm stehen, brauchen die Mitglieder Perspektiven und die Gewissheit das sich der Verein und die Vereinsführung stätig weiterentwickeln.

Ingo: Du brauchst verrückte Funktionäre die ehrenamtlich ihre Freizeit für Andere opfern, ohne aus eigenem Interesse zu handeln. Mitglieder müssen Vertrauen zu Funktionären haben bzw. diese müssen sich dieses Vertrauen erarbeiten.

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Es gibt viele Probleme innerhalb der deutschen Billardfamilie, u. a. auch das sehr schlechte Verhältnis der Pool Billard Spieler zum „Deutschen Billard Dachverband“ (DBU). Ihr habt alle ganz viel Erfahrung, wie kann man dieses Problem lösen?

Juliane: Ich muss gestehen, dass ich keine Lösung habe. In den letzten Jahren ist so viel kaputt gegangen, das ich mir leider nicht vorstellen kann, das man das wieder in alter Form herstellen kann.

Kai: Es würde sicherlich den Rahmen das Interviews sprengen, wen man hier eine genaue Analyse machen wollte. Aus meiner langjährigen Arbeit in verschiedenen Vorständen (Bezirksverband, Landesverband, Stadtsportverband) habe ich viele Eindrücke sammeln können und kann es in knappen Worten wie folgt zusammenfassen:
– Den Sport wieder in den Mittelpunkt stellen
– Offene Kommunikation mit den Mitgliedern und die Ideen der Verbände mit in Entscheidungen mit einbeziehen.
– Leider besteht immer noch gegenüber einigen Präsidiumsmitgliedern misstrauen, was sich meiner Meinung nach auch nicht mehr verändert. Hier müssen Veränderungen vorgenommen werden.
– Es gehen einfach zu viele Gelder in der Verwaltung unter und erreichen den Sportler nicht mehr.

Ingo: Ich könnte zu diesem Thema Seitenweise schreiben, da es sehr komplex ist und in fast alle Richtungen streuen würde. Außerdem würde es meiner Beliebtheit in Billard-Deutschland eventuell sehr schaden, da ich einigen Funktionärskollegen sehr auf die Füße treten müsste. Fakt ist, der Fisch stinkt vom Kopf her! Das zieht sich dann über die Landesverbände und Bezirksverbände bis teilweise runter in die Vereine. Viele wichtige Funktionäre/Entscheidungsträger, auf allen Ebenen, haben den Kontakt zur aktiven Szene verloren. Es fehlt die direkte Kommunikation zum Funktionär, egal ob Kreisklasse- oder Bundesligaspieler. Zu viele Funktionäre treffen Entscheidungen nicht zum Wohle der Allgemeinheit der Billardsportler, sondern zum Wohle der eigenen Vereine/Verbände. Dazu kommt das drohende Aussterben der Ehrenämter. Es wird irgendwann nur noch mit bezahlten Funktionären funktionieren. Ich kann von Amateuren kein professionelles Arbeiten verlangen. Wir brauchen hauptberufliche Fachleute in den wichtigsten Spitzenfunktionen. Ich würde sogar behaupten, dass 8-10 ausgesuchte fähige Leute in Deutschland in der Lage wären, den ganzen Laden effektiver zu organisieren und Richtung Sportlichkeit besser und wesentlich günstiger verwalten würden. Wir brauchen in Deutschland keine 500 Funktionäre, die mehr damit beschäftigt sind sich gegenseitig zu bekämpfen oder ihre eigene Sache gegenüber anderen versuchen durchzuboxen. Wir brauchen im Billardsport einen klaren Weg, der in eine gemeinsame Richtung geht. Was sollen wir mit 15 Landesverbänden? Jeder will sein eigenes Ding durchziehen und jeder LV glaubt es besser zu machen als der Andere? Das komplette System DBU/LV ist durch und durch krank und gehört abgeschafft. Dieser tolle Sport hat Besseres verdient.

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Ralf Souquet

Stellt Euch vor das Ihr alle drei Wünsche frei hättet etwas in Billard-Deutschland zu ändern, welche wären das?

Juliane: Ich wünschte mir unsere alte Zeit zurück, wo der Sportler noch was zählte. Die Deutschen Meisterschaften, wie sie früher waren, wo man sich traf und das in jedem Jahr. Die DM war früher einmal das Highlight in unserem Vereins und Pool Billard leben.

Kai:
– Back to the Roots, wieder zurück zum Sport und die Billardfamilie zusammenführen.
– Offene Kommunikation der DBU in Richtung Verbände und Sportler
– Die Meisterschaften interessanter machen, so dass auch die Deutsche Spitze mitspielt, aber auch das Miteinander der Sportler außerhalb der Meisterschaft gefördert wird.

Frank: Mehr Toleranz und Rücksichtnahme untereinander. Die DM wieder Aktaktiver machen, indem die Einzeldisziplinen wieder mit den Mannschaften zusammengeführt werden und natürlich JUGENDFÖRDERUNG!

Ingo: Echt nur drei??? OK 😉
1. Abschaffung aller Verbände DBU/LV inklusive ihrer ehrenamtlichen Funktionäre.
2. Zusammenschluss von 10 hauptberuflichen Funktionären, die unser komplettes Billarddeutschland organisieren und steuern und nur 50 % der bisherigen Kosten aller LV verursachen, würden.
3. Einheitliches System für Einzel- und Mannschaftswettbewerbe inklusive einem einheitlichen Turniersystem für Preisgeldturniere und ein Punktesystem. (Touch German Tour)

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Mal wieder zurück zum BC Alsdorf. Was sind für Euch alle die schönsten Erinnerungen, die Ihr mit Eurem Verein in Verbindung bringt?

Juliane: Der erste Deutsche Damen-Mannschaftstitel in Stolberg 1996. Ausnahmslos alle Deutschen Meisterschaften, wo wir als Damen-Mannschaft waren. Jede war ein Highlight für sich. Die Mannschaft, die Unterstützung einfach Emotionen pur jedes Jahr aufs Neue. Die Feier anlässlich meiner 25 jährigen Vereinszugehörigkeit geplant von den Mitgliedern als Überraschungsparty. Noch heute bekomme ich eine Gänsehaut. Ganz aktuell der letzte Oberliga Spieltag, wo es um den Aufstieg in die Regionalliga ging. Soviel Zusammengehörigkeit und so ein Kampf der Mannschaft, besser geht es in einem Verein nicht.

Kai: Ich muss unterscheiden in sportlich, organisatorisch und aus der Gemeinschaft heraus.
Sportlich: die Deutschen Meistertitel und wie diese im Einzelnen entstanden sind. Spannende Momente, die unvergesslich sind. Der aktuelle Aufstieg in die Regionalliga und wie die Mannschaft dafür gekämpft hat.
Organisatorisch: Den Vorstand so zu organisieren, wie er heute ist. Sicherlich einer der schwersten Aufgaben, die wir mit Erfolg gemeistert haben.
Mit den Mitgliedern zusammen:  Viele Ausflüge zu den Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften, wo wir unsere Sportler unterstützt haben. Wir sind dafür in ganz Billarddeutschland bekannt.

Frank: Da gibt es mehrere! Ein Jugendtraining mit dem Kaiser Ralf Souquet wird immer in meinen Erinnerungen bleiben! Einige Umbauten, wo es viele Helfer gab und dabei so viel gelacht wurde! Generell ein Teil vom BC Alsdorf zu sein ist schon ein schöner Gedanke.

Ingo: Aus meiner Zeit von 2006 bis heute wären das: Meine Wahl zum Sportwart 2008, der riesige Umbau 2009 bzw. der Tag, wo dann wirklich alles fertig war, 2009 die ersten gelochten Kugeln an unseren fünf geilen Brunswick Gold Crown V Tischen. Unzählige gemeinsame Feste und Feiern.
Über 100 Leute im Clubheim am Finaltag beim 1. Brunswick-Cup 2009 mit Ralf Souquet.

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Eine weitere schöne Erinnerung liegt ja noch vor Euch allen. Ihr plant für die Mitte des Monats August eine ziemlich aufwendige Party zum 40. Jubiläum. Was können die Gäste von diesem Tag erwarten und wie viel Arbeit steckt in den Vorbereitungen?

Juliane: Ein Jahr Vorbereitung von allen Vorstandsmitgliedern, in dem viele Treffen nötig waren. In den letzten Monaten ist die Vorbereitung noch viel intensiver geworden. Es wird einige Überraschungen geben und für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Die Mitglieder sollen einen hoffentlich perfekt geplanten Abend erleben, den Allen in ewiger Erinnerung bleibt. Von unserer Seite wurde alles dafür getan.

Der Verein wird von vielen als vorbildlich bezeichnet und Ihr bekommt viel Lob, aber gibt es aus Eurer Sicht etwas, was Ihr unbedingt in naher Zukunft verbessern solltet oder was Euch Kopfschmerzen bereitet?

Juliane: Zu Zeit arbeiten wir mit Hochdruck daran das mehr Jugendliche den Weg zu uns finden. Kopfzerbrechen bereitet mir das wirklich schlechte Verhältnis der Vereine zur DBU.

Kai: So schön es auch ist, dass wir einen großen Zulauf haben, wir kommen so langsam an unsere Kapazitätsgrenzen, was die Anzahl der Mitglieder betrifft. Wir müssen unseren Mitgliedern einiges zumuten, indem sie an Spieltagen zu nicht ganz „normalen Anstoßzeiten“ spielen müssen, damit das Konzept für alle Mannschaften durchzuführen ist.

Frank: Nein, nicht unbedingt verbessern, da wir uns wie schon erwähnt und stetig weiterentwickeln!

Ingo: Wir sollten versuchen, in Zusammenarbeit mit der Stadt Alsdorf, einen Weg zu finden unser Clubheim vergrößern zu können. Des Weiteren muss unsere Außendarstellung per Livestream qualitativ besser werden bzw. professioneller.
Kopfschmerzen bereitet mir seit Jahren das Nichtraucherschutzgesetz. Da brauchen wir dringend eine Lösung, die Rauchern und Nichtrauchern gerecht wird. Wobei für die Nichtraucher ja eine Lösung gefunden wurde, aber in unserem Fall gibt es keine glückliche Lösung für Raucher, da wir im Regen stehen beim Rauchen.

Ingo Lamberti

Ingo Lamberti

Ich geb Euch ein paar Worte/Namen/Begrifflichkeiten/Aussagen vor und Ihr sagt mir, was Euch spontan dazu einfällt.

5o Jahre BC Alsdorf!
Juliane: Da bin ich dabei!
Kai: Ein halbes Jahrhundert Billardpower, unbeschreiblich, und viele tolle Momente, die da noch kommen werden.
Frank: Eine schöne Herausforderung!
Ingo: Da muss ich spontan ein Lied der Höhner singen: Da simmer dabei, dat is prima 😉

Wolfgang Souquet (Vater von Ralf Souquet)!
Juliane: Einer der besten und liebsten Menschen der Welt. Ein Juwel für den BC Alsdorf.
Kai: Urgestein, aufopfernd, Einstellung! Wolfgang ist das Beste, was dem Verein passiert ist. Er hat immer alles dafür getan, dass es im Verein vorwärts gegangen ist. Er hat sich immer um das Vereinsheim gekümmert und war immer Ansprechperson für kleine Reparaturen usw. Er war immer ein großer Halt für den Vorstand. Wolfgang ist ein Meilenstein für den Verein!
Frank: Einzigartig!
Ingo: Eine Kultfigur beim BC Alsdorf. Mein 23 Jahre altes Queue durfte, bis auf eine Ausnahme, nur Wolfgang bisher bearbeiten und das wird hoffentlich auch noch lange so bleiben.

Pool Billard ist …
Juliane: … nach meinen Kindern und meinem Mann mein Leben.
Kai: … der tollste Sport der Welt.
Frank: … schon verrückt der SPORT!
Ingo: Für mich das geilste Hobby!

Euer Vereinswappen!
Juliane: Das Beste, was es gibt.
Kai: Ein Symbol für die Angriffslust. Aufgeben ist keine Option und das beeindruckt jeden Gegner.
Frank: Alles sagend!
Ingo: Einzigartig. Das Wappen an Tisch 5 durfte ich per Hand aufmalen. Die großen Flächen wurden mit einer Spritzpistole von Dieter Schwan aufgetragen.

emblem_bc_alsdorfWenn Ihr wollt, könnt Ihr abschließend noch ein paar Worte an die Leser dieses Interviews richten.

Juliane: Ich wünsche mir das alle Poolspieler in Ihrem Sportlerleben, das erreichen, was sie sich selber zum Ziel setzen. Aber vergesst eins nicht, das die Liebe zum Sport und der Spaß ein großer Bestandteil dessen sind.

Kai: Zusammensein und Pool spielen ist Erholung und Herausforderung gleichzeitig und es macht einfach Spaß. Es ist toll, wenn man einen Verein gefunden hat, wo man sich wirklich wohlfühlt und seinem Hobby nachgehen kann. Wir tun alles dafür!  40 Jahre Billard-Club Alsdorf … einfach unglaublich ein Teil dieses Vereins zu sein.

Ingo: Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen meiner Antworten und hoffe sehr, dass ich nicht wieder zu ausführlich geworden bin und eventuell jemanden gelangweilt habe. Aber glaubt mir, ich hätte noch einige Seiten mehr schreiben können. Zum Schluss möchte ich mich als Sportwart bei Allen bedanken, die mich seit 2006 hier beim BC Alsdorf unterstützt haben oder mir in irgendeiner Weise meine Arbeit erleichtert haben, allen voran natürlich Juliane, aber auch bei allen anderen Mitgliedern, denn ich weiß ja, wie nervig ich manchmal sein kann 😉 Sollte dieses hier mal jemand lesen der vor hat Funktionär zu werden, bitte immer daran denken: „Alles für den Dackel, alles für den Club!“ Dann wird es bestimmt auch klappen!

Und wie immer am Ende eines Interviews, bitte ein kleines Statement zu Sixpockets.de!

Juliane: Informationen auf einem Niveau, die man meines Erachtens nicht besser haben kann.

Kai: Berichterstattung deluxe. Immer aktuell und am puls der Zeit. Für mich ganz klar 5 Sterne!!!

Frank: Ein wunderschöner und unendlicher Zeitvertreib mit vielen gut geschriebenen Berichten und eine gut gefüllte Quelle an Informationen!

Ingo: Eine sehr informative Seite, auf der ich mich sehr oft informiere. Weltweit bekomme ich hier fast alle Informationen, die für mich wichtig sind. Ich kam vor einigen Jahren schon in den Genuss ein Interview auf deiner Seite zu geben, und wie ich mitbekommen habe, hat es sich als ein sehr beliebtes Interview entwickelt. Danke dafür bzw. für die Möglichkeit sich über deine Seite an so viele Leute wenden zu können.

Ich bedanke mich noch mal herzlichst bei Euch für dieses sehr umfangreiche und spannende Interview. Ich bin sicher das Ihr noch das ein oder andere Jubiläum feiern werdet und auch in den nächsten Jahren nicht wegzudenken seid aus der deutschen Pool Billard Szene. Für alle die Kontakt mit dem BC Alsdorf aufnehmen wollen ist der Besuch auf der Vereinswebsite der einfachste Weg. Sollte es noch Fragen geben wird natürlich im Kommentarbereich darauf eingegangen werden. Und natürlich würde der BC Alsdorf sich über jedes Wort zum 40. Jubiläum sehr freuen.

BC Alsdorf (Vereinswebsite)

9 Kommentare zu 40 Jahre BC Alsdorf – Das Interview zum Jubiläum!

  1. Mal wieder ein tolles sixpockets Interview, umfangreich und schön zu lesen! Ich bin ab November für einige Monate in Heinsberg und würde gerne mal Hallo sagen beim BC Alsdorf, ob das geht?

    Schöne Grüße an Alle
    Stephan

    • Hallo Stephan,
      Danke für Dein Lob! Wir haben uns ja vor einigen Monaten bereits kennen gelernt und kurz über die Clubs in NRW gesprochen. Ich bin sicher das es kein Problem ist wenn Du beim BCA reinschaust. Sicherlich wirst Du dort sehr Herzlich empfangen werden.

      Bis bald und schönen Gruß

  2. Ich danke dir herzlich für dein großes Engagement im Billardsport und wünsche dir in Zukunft viel Erfolg

  3. Scheint ein großartiger Verein zu sein, auch wenn die Ausführungen des Herrn Lamberti für mich ein wenig überzogen sind 😉 Glückwunsch zu diesem tollen Interview und zum 40. Jubiläum.

    Alles Gute, Uwe

    • Hallo Uwe,
      Danke für Deinen Kommentar. Wir finden nicht das seine Aussagen überzogen sind, solch deutliche Worte sind leider in der heutigen Zeit recht selten. Vielleicht kommen sie deshalb bei dem ein oder anderen „überzogen“ an 😉

      Schönen Gruß

  4. Extrem gutes Interview! Insbesondere die Tatsache das der BC Alsdorf scheinbar noch immer so besteht wie ich ihn „als gegnerischer“ Spieler in den 80-ern und 90-ern kennenlernen durfte erfreut doch sehr. Für mich, Generation Ralf 😉 , Thomas, war der BC Alsdorf immer die erste Adresse in Deutschland in Sachen Pool-Billard Club. Dieses, zumindest damals, im Sinne des Spitzensports und eben aber auch der Breite. Damals konnte deutschlandweit vielleicht noch der PBC Leverkusen mithalten. Schön zu sehen das ein so toller Club auch heute noch besteht – viele andere haben es nicht geschafft. Ebenso typisch das es immer an wenigen liegt das ein Verein bestehen kann. Dafür- auch als Nichtmitglied – herzlichen Dank an den Vorstand des BC Alsdorf! Der ein oder die andere wird mich noch vielleicht kennen.

    Zu sixpockets: einfach nur genial, informativ, modern und ebenso ein gutes Beispiel dafür wie man es richtig macht! Auch dafür Danke 🙂

    Frank Szabo

    • Hallo Frank,
      Danke für Deinen Kommentar und die tollen Worte zu Sixpockets, freut uns sehr! Natürlich kennen viele Dich noch sehr gut. Ich bin ein wenig jünger als die „Generation Ralf“, aber wir beide haben uns auf vielen Meisterschaften vor etlichen Jahren tolle Matches geliefert 🙂 Ich habe einige noch gut in Erinnerung. Vielleicht sieht man sich bald mal wieder, wäre toll!

      Schönen Gruß
      Florian Scholl

  5. Hallo zusammen.
    Danke für Lob/Kritik.
    @ Uwe – Da ist definitiv nichts überzogenes dabei. Es kommt definitiv darauf an, wie nah man am Geschehen dran ist um manche Dinge beurteilen zu können. Leider bin ich manchmal viel zu nah dabei 😉
    @ Frank – Dich kennt doch jeder noch 😉 Danke für dein tolles Feedback. Würde mich freuen dich zB. am Finaltag 06.09. in Alsdorf zu sehen.

    Gruß Ingo

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