Billard in Deutschland – Raus aus dem Dornröschenschlaf oder doch weiter unbeachteter Randsport?

Tom Damm
Tom Damm

geschrieben von Tom Damm

Hallo Billardfreunde!

Mein Name ist Thomas „Tom“ Damm. Ich bin seit über 30 Jahren im Billard, als Sportler, Trainer und Händler tätig. Im Jahr 2003 konnte ich die Trainer B-Lizenz Leistungssport erlangen und war lange Jahre als Lehrwart, Landestrainer und Vize-Präsident für Pool und Snooker in Thüringen tätig. Seit 2005 bin ich mit der Billardsportpromotion No1 selbstständig. Unter anderem betreibe ich die Billardschule Tom Damm und den BillardProShop, in dem ausgewähltes Zubehör und Tablefitting angeboten wird…

Seit langem mache ich mir über das Thema „Billardsport“ immer wieder Gedanken. Immer wieder kommen neue Ideen hinzu, Meinungen ändern sich, Erfahrungen bestätigen manches…

Ich möchte Euch nun mal meine Überlegungen schildern…

In Deutschland gibt es, wenn man neuesten Zahlen glaubt, wohl ca. 21.000 aktive Billardsportler, von denen der Großteil in der DBU organisiert ist.

Diese 20.000 verteilen sich auf 4 Billardsparten.

Ganz grob gerechnet wahrscheinlich 10.000 Pooler, 7.000 Karamboler, 2000 Snookerspieler und 2000 Billardkegler…

Seit Jahren wird nun überlegt, wie wir aus diesen paar Spielern einen Sport machen, der von der breiten Öffentlichkeit beachtet wird. Wie wir Sponsoren finden, wie wir Billardspieler hervorbringen können, die damit Ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Wie wir in Deutschland „Billard“ groß raus bringen…

Ganz nebenbei gesagt – einige der besten Spieler der Welt kommen aus Deutschland… Zumindest was die Sparten „Pool und Karambol“ angeht… Das bekommt nur leider in Deutschland niemand mit, weil Billard als „Sport“ einfach niemanden interessiert, außer uns selbst… Die Spieler kennt also, außer uns Billardspielern kaum Jemand…

Auf Billardkegeln will ich hier nicht näher eingehen, da ich mich in der Sparte nicht besonders gut auskenne. Ich kann nicht beurteilen, wo in der Welt unsere Kegler stehen und wo Billardkegeln überhaupt gespielt wird…

Beim Snooker, einer Billardsparte die wohl am meisten von der „normalen“ Bevölkerung wahrgenommen wird, weil es mittlerweile eine „Fernsehsportart“ ist, sehe ich das folgendermaßen:

Auszug Wikipedia:

Snooker selbst wurde in Indien im Jahr 1875 (vermutlich am 17. April) von Offizieren der britischen Kolonialkräfte im Ooty Club von Ootacamund in den Nilgiribergen erfunden. Die übliche Spielweise war damals das Black Pool, das mit 15 roten und einem schwarzen Ball gespielt wurde, sowie English Billiards. Der Überlieferung nach experimentierte Sir Neville Chamberlain auf einem English-Billiards-Tisch an einer Variante, welche zu den 15 roten Bällen und dem schwarzen Ball noch zusätzliche Bälle enthalten sollte. Das daraus entstandene „Snooker-Pool“ bestand in seiner ersten Variante aus 15 roten Bällen sowie jeweils einem schwarzen, einem pinkfarbenen, einem grünen und einem gelben Ball, wobei die Aufsetzpunkte aller „Farbigen“ durch die Markierungen aus dem English Billiards vorgegeben waren. Später wurde das Spiel dann modifiziert, indem Braun und Blau hinzugefügt wurden.

John Roberts Jr., ein führender English-Billiards-Spieler seiner Zeit, begeisterte sich für die neue Variante und stellte sie in England 1885 erstmals der Öffentlichkeit vor. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hatte Snooker jedoch mit der Dominanz von English Billiards zu kämpfen, ehe es sich schließlich durchsetzen konnte. Ein weiteres Problem war das Fehlen einheitlicher Regeln. In Großbritannien gab es zwischen 1908 und 1919 zwei Verbände, die unterschiedliche Regelwerke besaßen.

Nach dem Erscheinen der ersten offiziell gültigen Weltregeln durch die Billiards Association am 11. Dezember 1900 in London dauerte es dennoch bis zum Juni 1919, ehe die braune und die blaue Kugel endgültig Bestandteile des Spiels wurden.

Die ersten Profi-Weltmeisterschaften fanden 1927 auf Anregung von Joe Davis statt. Davis gewann dieses Turnier und alle weiteren Weltmeisterschaften, bis er nach 1946 nicht mehr teilnahm. Damit trat Davis zurück, ohne dass er je eine Niederlage bei Weltmeisterschaften hatte hinnehmen müssen. Der aktuelle Weltmeister der Saison 2012/13 ist der Engländer Ronnie O’Sullivan, der diesen Titel bereits in den Jahren 2001, 2004, 2008 und 2012 errungen hatte. Die ersten Amateurweltmeisterschaften fanden 1963 in Indien statt und werden seit 1984 jährlich ausgespielt.

und jetzt der interessante Teil…

Im Jahr 1969 suchte die BBC nach einer Sportart, die bei geringen Kosten die Möglichkeiten des gerade eingeführten Farbfernsehens besonders zur Geltung bringen sollte. Man hob zu diesem Zweck schließlich das Snookerturnier Pot Black Cup aus der Taufe, das am 23. Juli 1969 erstmals übertragen wurde. Die Popularität von Snooker erhielt dadurch einen enormen Auftrieb – und bald kamen auch andere Turniere auf den Sendeplan. Snooker-Übertragungen sind heute in Großbritannien neben denen von Fußball die Sportsendungen mit den höchsten Einschaltquoten. In Großbritannien schrieb das WM-Finale 1985 zwischen Steve Davis und Dennis Taylor Fernsehgeschichte, als nach Mitternacht noch über 18 Millionen Zuschauer das Match verfolgten. Bis heute markiert diese Zahl die höchste je in Großbritannien ermittelte Einschaltquote für eine Sportsendung.

Auszug Ende.

Snooker wird also seit 1875 gespielt und durch einen blöden Zufall 1969 zur Fernseh-Sportart. Das hat im weitesten Sinne nichts mit der Attraktivität des Spiels zu tun, sondern weil ein Fernsehsender etwas farbiges präsentieren wollte… Da schauen also seit mittlerweile 2-3 Generationen Fernsehzuschauer Snooker, über einen öffentlichen Sender…

 

Tom Damm bei der Deutschen Snooker Meisterschaft
Tom Damm bei der Deutschen Snooker Meisterschaft

In England, so schätzt man gibt es ca. 6.000.000 Snookerspieler!!

Da gibt es neben Ruhm und Ehre auch jede Menge Preisgeld zu gewinnen und nur wenige haben sicherlich ein „schlechtes Gefühl“ wenn das Kind Snooker spielen möchte… Weil der Uropa, der Opa, der Vater und vielleicht auch die Mutter, ja auch Snookerinteressiert sind… Bei den Briten gehört Snooker einfach dazu, wie bei uns Fußball… In fast jeder deutschen Familie gibt es einen oder mehrere „Fußballer“. Nicht alles Profis – natürlich, aber Fußballer… und wenn es nur vor dem Fernseher ist… Dieses Interesse sorgt aber dafür, dass Fußball, im Gegensatz zu Billard öffentlich als Sport wahrgenommen wird.

Würden bei uns schon Generationen Snooker spielen und das ARD wäre damals auf die Idee gekommen, Snooker zu übertragen, weil es so schön bunt ist… Wer weis…

Diese große Anzahl an Snookerspieler in Großbritanien, hat natürlich einen weiteren gravierenden Vorteil.

Die Kids kommen mit Snooker schon in jüngster Kindheit in Kontakt und Snooker ist in vielen Familien einfach ein Thema. Da bilden sich seit mehreren Jahrzehnten Freund- und Partnerschaften, aus denen wiederum Kinder hervorgehen, die mittlerweile schon wieder Kinder und Enkel haben… Wie war das noch mit den Genen 😉 Die haben einfach schon das Snooker-Gen in sich drin, so wie bei uns die Fußballer. Fast jedes Kind tritt bei uns an den Ball und viele bleiben daran hängen…

Bei dieser großen Zahl von Spielern und Interessenten und natürlich auch durch den Anreiz, davon mal leben zu können, im Fernsehen zu spielen, entwickelt sich dort eine unglaubliche Konkurrenz. Durch die breite Masse und natürlich den vielen Snookertrainern und Snooker-Internaten, werden immer wieder neue Talente nach oben gespült, die es noch ein wenig schneller, jünger und besser in die vorderen Plätze der Ranglisten schaffen. Das ist die natürlich Konkurrenz der großen Masse. Auch dort, wie überall im Leben, springt jeder nur so hoch wie er muss um sein Ziel zu erreichen. In Großbritanien muss man verdammt hoch springen, um im Snooker erfolgreich zu werden. Aber wer es schafft wird zum Helden und verdient damit ordentlich Geld…

Nun wird hier in Deutschland überlegt, wie man einen Deutschen Spieler dahin bekommt, dass er in der Weltspitze mitspielen kann, um auch hier einen Boom auszulösen… Ich denk, das wird leider nicht passieren. Zumindest so lange nicht, wie nicht hunderttausende diesem Spieler nacheifern… Es wird einfach, vorausgesetzt Snooker wird weiterhin im Fernsehen übertragen (am besten im öffentlichen TV und nicht nur bei Eurosport) Generationen dauern, bis überhaupt so viel Interesse besteht, dass es „normal“ ist, wenn jemand sagt er ist Snooker/Billardspieler. Erst wenn der Opa und der Vater vom Snooker/Billard schwärmen, wird sich das Spiel wie ein Virus verbreiten… Mit unseren 2.000 Spielern im Snooker, sind wir da leider momentan sehr schlecht aufgestellt…

Im Poolbillard stehen wir da, zumindest sportlich etwas besser da. Seit mittlerweile ca. 30 Jahren, spielen die Deutschen in der Weltspitze mit. Allen voran unsere glorreichen 3 – Ortmann, Souquet und Engert. Zumindest bei Ortmann und Souquet weiß ich, dass die Väter auch schon mit Billard zu tun hatten und die beiden schon in frühester Kindheit, mit Billard in Berührung kamen. Bei den jüngeren Spitzenspielern, wie Hohmann, Jentsch usw. ist auch in den Familien Billard gespielt worden, bzw. wurden Billardlokale geführt und beide hatten schon sehr früh Trainer, die auf Ihre Entwicklung geachtet haben.

Ich denke aber auch, diese 5 Spieler sind die einzigen die momentan von dem Spiel Ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Bei Ortmann und Engert, ist das schon nicht mehr das Ziel. Die beiden haben Geschäfte im Billardbereich und bestreiten damit Ihr Einkommen. Dominic Jentsch ist in der Sportfördergruppe der Bundeswehr und hat so ideale sportliche und finanzielle Voraussetzungen. Also bleiben 2 Profis, die von Ihrem Spiel momentan leben… Diese beiden spielen in Deutschland so gut wie nie, weil nicht lukrativ und uninteressant ist. In den USA und Asien gibt es mehr zu verdienen und die prestigeträchtigen Turnier finden alle dort statt.

Und eines muss allen klar sein – um in der Weltspitze mitspielen zu können, muss man Billard als Fulltimejob betreiben. Bedeutet Leistungssporttraining, Fitnesstraining, Mentaltraining. Obendrein muss man sich ständig mit den besten messen, man braucht viel Konkurrenz, viel Turnierpraxis um besser zu werden…

Beim Snooker ist diese Konkurrenz, die ausreichen würde um International ganz nach oben zu kommen, in Deutschland nicht vorhanden. Um hier nach vorne zu kommen, müssten die Spieler nach England gehen und dort Snooker „leben“. Eine Sprache lernt man auch am besten, wenn man in dem jeweiligen Land lebt und die Sprache sprechen muss…

Für die Spieler, die nicht nach England gehen bedeutet dass, sich im täglichen „Snooker-Leben“, mit der mäßigen Konkurrenz abzugeben. Um hier „der Beste“ zu werden, reicht eine international höchstens mittelklassige Spielstärke. Aber, ein gutes Pferd springt halt nur so hoch wie es muss…

Wenn es reicht, ab und an mal eine 50, 60 oder 80 zu schießen, um nationale Turniere gewinnen zu können, muss man ja nichts mehr verbessern… Es reicht ja 😉

Meiner Meinung nach müssten wir die Stecknadel im Heuhaufen finden, um im Snooker in den nächsten 20 Jahren einen Weltklassemann (oder Frau) hervorzubringen. Ein Snookerbegeistertes Kind, in dessen Familie Snooker ständig ein Thema ist – es quasi damit aufwächst. Obendrein müsste dieses Kind hervorragende Trainer bekommen, die ähnlich wie in der Leichtathletik auf technische Fähigkeiten besonderen Wert legen. Ich bin mir sicher, dass kaum ein Billardspieler technisches Training so ernst nimmt, wie man eigentlich müsste… Am besten wächst diese Kind dann in England auf, der Vater betreibt einen Snookerladen und ein Trainer ist auch vor Ort…

Zum Thema technische Fähigkeiten im Billard, vergleicht doch mal die Snooker Weltspitze mit der Poolbillard Weltspitze…

Beim Snooker stehen fast alle Spieler hervorragend ausgerichtet am Tisch. Der Unterarm ist in der Regel gerade, Das Handgelenk des Stoßarmes ist in nur ganz wenigen Fällen seitlich

Tom Damm
Tom Damm

verdreht und wird sehr auf die ruhige und korrekt Ausführung des Stoßes geachtet. Kaum einer der Spieler zuckt im Stoß hoch… Die beherrschen in der Regel Ihre Technik sehr gut. Weil es wichtig ist und Sie ansonsten bei der Verteilung des Preisgeldes nicht mitsprechen… Das Spiel wird als technisch „schwer“ angesehen und dementsprechend trainiert.

Nun schauen wir mal auf die Top-Poolbillardspieler in Deutschland/Welt… Also ich sehe da ganz viele unterschiedliche Techniken… Von komplett eingedrehtem Handgelenk, bis zum hochzucken in jedem Stoß, ist da alles dabei. Wie kommt das nur?

Eigentlich müsste doch jedem klar sein, dass es besser wäre, der Arm wäre gerade und man würde nicht in jedem Stoß hochzucken…

Und da bin ich der Meinung, dass viel zu wenig darauf geachtet wird, weil es auch so, mit nicht so guter Technik reicht, um mit relativ wenig Aufwand in Deutschland „oben mitspielen“ zu können. Unsere 3., 2. und zu großen Teilen auch 1. Bundesliga, trainiert nicht so, wie es im Leistungssport „normal“ sein sollte. Damit meine ich technische Fähigkeiten gezielt zu verbessern oder technische Schwächen abzustellen. Dann letztlich mit guter Technik sollte an den mentalen Fähigkeiten gearbeitet werden. Aber man lebt halt lieber damit, das der Ball mal rechts und mal links ins Loch fällt. Die Taschen sind ja groß genug… Versteht mich nicht falsch, es gibt natürlich auch hier einige Ausnahmen – aber viele sind das nicht… Aber dann darf ich mich nicht wundern, wenn es nicht als Leistungssport angesehen wird, wenn man es nicht so betreibt. Klar, ist ja auch schwierig, wenn es kein lohnendes Ziel gibt…

Und nun „mein“ Fazit zum Billardsport in Deutschland.

Beim Snooker brauchen wir, wie oben beschrieben, in den nächsten 20 Jahren „die Stecknadel im Heuhaufen“, da einfach viel zu wenig Konkurrenz vorhanden ist. Konkurrenz belebt das Geschäft und nur immer neue Spieler werden besser werden, als Die die schon spielen. Das braucht aber Zeit und die richtige Einstellung zum Sport/Training…

Außerdem mangelt es an Snookertischen, die den kurzfristigen Ansturm zur WM auffangen können. Ich sehe da in Deutschland leider kaum Möglichkeiten, da Stellflächen und Raummieten einfach zu teuer sind. Man stellt lieber 2 Pooltische oder 6 Dartscheiben zur Verfügung, als einen Snookertisch. Weil es einfach mehr Geld bringt…

Beim Poolbillard hätten wir zumindest einen kleinen Vorteil, da schon Weltklassespieler vorhanden sind. Leider interessiert das, außer uns aktiven Billardspielern Niemanden… Obendrein ist die Vermarktung der Spieler sehr schlecht und meist nur auf den kleinen und sehr überschaubaren Billardmarkt ausgelegt. In Billardkreisen brauchen sich die Spieler nicht vermarkten, da kennt man Sie bereits. Es muss darum gehen die Weltklassespieler der breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Auch Internetstreams sind da nur begrenzt hilfreich, weil diese Streams i.d.R. auch nur von Billardspielern genutzt werden. Diese Spieler die zusehen, sollten lieber aufs Turnier fahren und mitspielen, aber das ist ein anderes Thema 😉 Wir brauchen das Fernsehen!

Billard muss uns als Spieler etwas wert sein! Es sollte in unserem Umfeld etwas wert sein. Wie viele Familienangehörige kommen denn regelmäßig zu unseren Spieltagen? Ist es bei Euch auch immer so voll, weil die Eltern, Geschwister, die Frau und deren Freundin beim Spieltag erscheinen. Zusammen mit den anderen Vereinskollegen, die ja sowieso bei jedem Spieltag vor Ort sind, sind das ja jedesmal mind. 40-60 Zuschauer *Achtung Ironie…

Bei uns sitzen da in der Regel 4-6 Zuschauer. Die kommen aber immer und bleiben oft auch bis zum Schluss. Aber wie sollen wir denn erwarten, dass sich Außenstehende dafür interessieren, wenn nicht einmal unsere Familien und die engsten Freunde sich das Zusehen antun…

Das ist dann mein nächster Punkt:

Billard ist als Mannschaft-/Ligasport nicht zu vermarkten!

Billard lebt von den Spielen Mann gegen Mann (Frau gegen Frau). Das kann man in Turnieren vermarkten. Da spielt X gegen Y und es geht am besten um viel Geld! Da kann man mitfiebern und das dauert 1-2 Stunden fertig! Klappt auch im Tennis und anderen Sportarten.

Ein Ligaspiel im Billard zieht sich für den Zuschauer wie Kaugummi. Das wird immer nur in den Satzentscheidenden Phasen interessant, oder für die engsten Vertrauten des Spielern. Die sind aber ja nicht da 😉

Tom Damm
Tom Damm

Um es für Zuschauer attraktiver zu machen, müsste es schneller gehen, dann haben aber die Spieler keinen Spaß mehr an der Sache. Da schrauben wir in den Verbänden ja schon Jahre dran rum. Jedes Jahr wird etwas verändert um es für Zuschauer (die eh nicht kommen – außer bei wenigen Ausnahme-Vereinen) interessant zu machen. Letztlich kam dabei bisher nicht Gutes raus. Zuschauer Fehlanzeige… Lasst einfach die Liga den Spielern zum Spielen. Dann bestreiten sie zumindest Wettkämpfe und haben Ihren Spaß!

Stattdessen sollte man sich lieber auf die Vermarktung einer Pro/Am Turnierserie konzentrieren, bei der auch etwas zu gewinnen gibt…

Eine Deutsche Rangliste muss her!

Bei dieser Turnierserie stellt man 8 hübsche Schiedsrichterinnen, in kurzen Röcken an die Tische. Schon hat man die Jungs da zum Zuschauen. Versteht das bitte nicht falsch, aber so wird das in anderen Sportarten auch gemacht.

Das könnte man übrigens in allen Billardspielarten machen 😉

Ich habe schon vor Jahren einen Vorschlag an die DBU geschickt, zur Einführung einer Lizenzgebühr, die in anderen Ländern oder Sportarten völlig normal ist. Damit wäre solch ein Vorhaben finanzierbar. Denn momentan sind wir auf uns selbst angewiesen. Wir haben keine Sponsoren, die bereit stehen und mal 500.000 in solch eine Turnierserie zu stecken. Um ein Preisgeld von 500.000 € aufzubringen, wären von jedem Spieler jährlich 25,- € zu zahlen. Wenn jeder 30,- € zahlt kann man sogar auf fest angestellte Mitarbeiter zurückgreifen…

Ich fände sogar 50-100 € im Jahr sinnvoll und richtig angelegt. Dann könnte davon sogar Jugendarbeit geleistet werden, Preisgelder (Sportfördergelder) auf der DM verteilt und Spieler, voll bezahlt, auf internationale Titelkämpfe geschickt werden…

Für diese Lizenzgebühr bekommt der Spieler eine Lizenz, mit der er sich für Liga und Turniere anmelden kann.

5 Turnier im Poolbillard

3 Turniere im Snooker

5 Turnier im Karambol

3 Turnier im Kegelbillard

Bei 500.000 € macht das für jedes Turnier 31.250 € garantiertes Preisgeld! Pool/Karambol deshalb mehr Turniere, weil es mehr Spieler gibt.

Ich denke die Teilnehmerzahl für solch ein Turnier, würde zumindest im Poolbereich deutlich jenseits der 200 liegen…

Wenn man bei den Turnieren auch noch 10,- € Startgeld nimmt und dieses direkt an den Lokalbesitzer weiter gibt, werden sich auch wieder genügend Lokale um eine Ausrichtung bewerben…

Ausländische Spieler würden sicherlich ein Startgeld von 100-150 € zahlen, um an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Das wäre dann wieder zusätzlich added Money…

Billard wird bei uns nur populär werden, wenn wir genügend Anreize setzen. Da sind wir aber, aufgrund unserer geringen Menge an „Billard-Verrückten“ erstmal auf uns selbst gestellt…

Ich denke solch eine Turnierserie könnte Billard-Deutschland wieder zum Leben erwecken 😉

Wenn der Dachverband, über eine Lizenzgebühr ALLER aktiven Poolspieler, eine Summe von vielleicht 300.000 € Preisgeld auf den Tisch legen würde und externe Sponsoren, wie z.B. Autobauer, Getränke-Erzeuger etc. auf weitere Unterstützung ansprechen würde.

Was glaubt Ihr – hätte das nicht viel mehr Aussicht auf Erfolg, als wenn man ohne irgendetwas selbst auf die Reihe zu bekommen, eine Anfrage stellt?

Tom Damm
Tom Damm

Von diesen zusätzlichen Geldern würden alle Spieler profitieren können. Es könnte eine bessere, weil voll finanzierte Jugendarbeit geleistet werden.

Die Deutsche Meisterschaft ist für die besten Spieler Deutschlands nicht attraktiv. Eine Woche Billard, ohne finanziellen Anreiz, kann sich keiner der besten Spieler leisten. Früher gab es mal „Sportfördergelder“, da waren alle Spitzenspieler am Start. Auch so etwas könnte man wieder einführen…

Wenn wir z.B. bei der Stadt einen Antrag auf Zuschuss für Billardtuch und Bezug stellen, beträgt unser Eigenanteil an dem Tischbezug, i.d.R. um die 70%. Dann ist die Stadt bereit etwas beizusteuern. Wenn eine Anfrage stellen, ohne selbst etwas zu leisten, gibt’s nix…

Auf interne Sponsoren, aus der Billardbranche brauchen wir nicht zu hoffen. Denen geht es zu schlecht, um mal eben 1-2 Mill. locker zu machen. Wir brauchen sowas wie Audi, Mercedes oder Coca Cola (nur Beispiele).

Wenn Sponsoren sehen, dass wir Spieler selbst Bereitschaft zeigen etwas zu ändern, könnte ich mir gut vorstellen, dass da auch Gelder fließen. Über welche Möglichkeiten diese Firmen verfügen, muss ich hier nicht erwähnen… Nur über diese Sponsoren geht’s auch ins Fernehen… Meiner Meinung nach gibt es keinen anderen Weg…

Jetzt spreche ich mal nur von Poolbillard…

Wenn man es schaffen sollte, so eine Tour zu etablieren, bei der man wirklich Geld verdienen kann und die im Fernsehen gezeigt werden soll, bei der auch externe Sponsoren einsteigen, muss das eine Billardart sein, die JEDER versteht…

Außerdem muss ein relativ hoher Glücksfaktor enthalten sein. Bei einem „Fluke“ im Snooker flippen die Leute aus, bei zwei in Folge stehen sie auf den Sitzen… 😉

Auch 9-Ball und der durch „die Farbe des Geldes“ ausgelöste kleine Boom, lebte davon, dass dem „Normalo“ vermittelt wurde: „Das kann ich auch!“ „Das ist sexy“ und „damit kann ich Geld verdienen“

Immer schwierigere Spielarten und die große Vielfalt an Poolvarianten schrecken da eher ab… (Bonus Ball z.B. ist in meinen Augen völlig uninteressant um mehr Leute zum Billard zu bringen) Da wurde viel zu sehr auf die Profis und ihrem Interesse „das Spiel muss schwerer werden“ gehört…

Ich habe mittlerweile ca. 200 Spieler über das Erlebnisportal „My Days“ als „Schüler“ gehabt. Die kennen als Billardvariante nur 8-Ball Kneipenregel und, wenn Sie alt genug sind, 9-Ball aus Farbe des Geldes. Andere Disziplinen kennen die überhaupt nicht. Wissen in der Regel nicht einmal dass es Billard in einem Ligasystem überhaupt gibt… Für die ist das alles super kompliziert und unübersichtlich…

Leider kommt dann von fast allen die Frage, ob sich das „lohnt“ und wie hoch die Preisgelder sind und wie viele Turnier man da spielen muss/kann.

Das ist bekanntlich die „Todesfrage“ und die Antwort erstaunt die Leute immer wieder… NIX kann man damit gewinnen – also zumindest nicht soviel, dass es sich lohnt und man vielleicht davon Leben kann – zumindest nicht in Deutschland. Dagegen ist der Aufwand den man betreiben muss, um vielleicht einmal im Leben Deutscher Meister zu werden riesig. Ca. 10 Jahre wöchentlich 20 Std. Training + Spielen + Wettkampf… Talent jetzt mal voraus gesetzt…

Die Gesichter der Leute kann man sich vorstellen…

Wir müssten dafür sorgen, dass es sich „lohnt“ Billardprofi oder erfolgreicher Billardspieler zu sein. Obendrein muss jeder der geschätzten 2-3 Mio Hobbyspieler denken „das kann ich auch“. Dann könnte es etwas werden mit der Popularität…

Unser Turnier sollte in folgender Disziplin laufen:

– 8-Ball ohne Loch-Ansage auf die farbigen Kugeln. Die 8 muss angesagt werden.
– Nur 7 rote und 7 gelbe Kugeln und die schwarze 8.
– Kleiderwahl frei, nur bei Endrunden/TV Übertragungen die Eurotour Variante.
– Bei jeder Partie muss dem Zuschauer deutlich gemacht werden um welche Summe es gerade geht. (Chips wie beim Poker z. B.)

Momentan haben wir ca. 10.000 organisierte Poolspieler. Dem gegenüber ca. 2-3 Mio. „Billardinteressierte“, die mehr oder weniger regelmäßig Billard spielen… Denen müssen wir es schmackhaft und leicht verständlich servieren…

Wenn jeder der 10.000 aktiven Poolspieler 4,20 € monatlich aufbringen würde, hätten wir ca. 500.000 € zur Verfügung. Wenn dann noch ein Konzept vorliegt über eine Serie, von monatlich einem Turnier, bei dem jeweils ein Preisgeld von 30.000 € ausgelobt wird und welches keine zusätzlichen Startgelder kostet, werden wir Erfolg haben und es werden mehr Leute aktiv Billard spielen, weil es sich lohnt…

Wenn mehr Leute spielen, wird es interessant für die Medien/Sponsoren. Letztlich bestimmen die Sponsoren was im Fernsehn kommt und kein anderer…

Der Grundstein, also die Bereitschaft auch selbst etwas dazu beizutragen (außer in der Liga rumzuklickern), müssen wir selbst legen. Da wird uns keiner helfen. Solange wir als Spieler nicht bereit sind etwas zu tun, wer soll es sonst machen…

Das ganze funktioniert aber nicht auf freiwilliger Basis. Das geht nur über eine Lizenz / Turniercard oder was auch immer, die für ALLE organisierten Spieler verpflichtend ist… Wir können besser mit 5000 „gewillten“ weiter machen, als uns von 5000 ungewillten (hört sich böse an, ist aber nicht so gemeint) ausbremsen zu lassen. Die meinen das ja nicht böse, ihnen reicht es halt so wie es ist…

Das unser System, wie wir es seit 30 Jahren kennen (Liga, DM), nicht funktioniert, sollte mittlerweile jedem klar sein. In weiteren 20 Jahren wird es wohl kein flächendeckendes organisiertes Poolbillard mehr geben. Wenn es optimal läuft, bleibt es so wie es ist…

Die Liga kann man einfach so lassen wie sie ist. Lasst die Leute spielen und versucht nicht weiter da krampfhaft Zuschauer hin zu bewegen. Die werden nicht kommen, weil es langweilig und langatmig ist. Die Liga sollte für die Spieler konzipiert werden. Die sollen daran Spaß haben und mehr nicht. Wenn sich dann, durch öffentliches Interesse am Poolbillard, etwas daran ändert, kann man darauf immer noch eingehen.

Es müssen Anreize her! Und dass sind in unserer Gesellschaft nun mal:

Geld / Fernsehen / Öffentliche Wahrnehmung 

mit sportlichen Grüßen

Tom Damm

Billardsportpromtion No1

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