Die USA sind zurück!

Die USA sind zurück und führen nach dem ersten Tag des Mosconi Cups 2018 in London mit 3:2. Unter der Führung des ehemaligen Kapitäns des europäischen Teams, Johan Ruijsink, und seines Co-Trainers Jeremy Jones zeigten die Amerikaner viel Entschlossenheit, sich unter gewohnt beeindruckenden Bedingungen am berühmten Londoner Veranstaltungsort zurückzukämpfen. Zuerst hatte es nach dem frühen 0:2 bereits so ausgesehen, als würde sich die Dominanz des europäischen Teams wie in den letzten Jahren wiederholen.

Europa 2- 3 USA
Match 1 Europa 5 – 4 USA
Match 2 Ouschan & Shaw 5 – 1 Thorpe & Woodward
Match 3 Niels Feijen 3 – 5 Tyler Styer
Match 4 Kaci & Kazakis 1 – 5 Van Boening & Deuel
Match 5 Jayson Shaw 0 – 5 Shane van Boening

Der Kapitän des europäischen Teams, Marcus Chamat, wird heute einiges zu tun haben, um seine Mannschaft nach einer ernüchternden zweiten Hälfte des Abends wiederzubeleben, in der sein Team nur vier der 19 gespielten Partien gewann.

Ruijsink sagte: „Beim 2-0 Rückstand geriet ich nicht in Panik; wir hatten bis dahin kaum Chancen. Aber ich wusste, wenn wir eine Chance bekommen, dass wir punkten würden, weil wir in den letzten Wochen und Monaten besser gearbeitet haben.“

Im Eröffnungsspiel des Turniers traten alle zehn Spieler im traditionellen Mannschaftsspiel gegeneinander an, und es war Europa, das in einem Spiel über die volle Distanz mit 5:4 den Sieg errang. Nachdem die USA den Auftakt verloren hatten, brauchten sie im nächsten Spiel eine starke Leistung, um nicht gleich wieder den Anschluss zu verlieren. Doch mit zwei Breakfouls von Skyler Woodward hatten er und Billy Thorpe wenig Chancen. Das solide europäische Doppel mit Albin Ouschan und Jayson Shaw spielte den Satz souverän zu Ende und feierte einen  5:1-Sieg, um den Gesamtstand auf 2-0 zu bringen.

Im dritten Match des Tages wurde der 23-jährige Debütant Tyler Styer für die USA gegen den viermaligen MVP Niels Feijen aus Holland in die Arena geschickt. Feijen hatte dieses Jahr überraschend bei den International 9-Ball Open gegen den Youngster verloren. Würde der junge Mann aus Wisconsin diese Leistung bestätigen können? Er konnte. Styer behielt die Ruhe, spielte seine hervorragenden technischen Fähigkeiten aus und behielt mit 5:3 die Oberhand. Wenn die USA es schaffen, von diesem Kaliber und vor allem mit diesen technischen Fähigkeiten weitere Spieler auszubilden, dürften sie auch langfristig wieder konkurrenzfähig gegenüber den europäischen Teams sein. „Es fühlte sich toll an da draußen, ich genieße die Stimmung – ohne das Publikum wären wir nicht hier“, sagte ein in sich ruhender Styer im Interview nach dem Match. „Ich habe Trainer Johan gesagt, dass ich dieses Match will, und bin froh, dass ich aufgestellt wurde und dass ich gewonnen habe. Ich wusste, dass ich es einfach halten musste. Im letzten Spiel war mir klar, dass ich die 6/7-Kombination schießen musste, in einem Satz auf fünf muss man aggressiv sein. Es gefällt mir, meinen Namen in rot auf der Anzeigetafel zu sehen. Ich habe den Mosconi Cup jedes Jahr gesehen, seit ich Pool spiele, und es ist toll, hier zu sein.“

Ruijsink fügte hinzu: „Nach dem 2:0-Rückstand erwartet man nicht wirklich, dass Tyler Niels schlagen wird, da Niels ein großartiger Spieler ist. Aber er drehte die Partie und spielte großartig und schlug Niels mit seinen eigenen Waffen wie dem Jumpshot. Und er blieb cool. Danach spielten wir wie beflügelt.“

Im vorletzten Spiel gab es für die Amerikaner noch mehr zu jubeln, als die Veteranen Shane Van Boening und Corey Deuel die beiden europäischen Debütanten Alexander Kazakis und Klenti Kaci besiegten. Kaci, die aktuelle Nr. 1 der Welt, sah in der riesigen, überfüllten Arena nicht sehr glücklich aus, und das amerikanische Duo nutzte alle Chancen, um einen  5:1-Sieg einzufahren, der zwar ab und an mit ungenauen Stellungen etwas wacklig aussah, aber nie gefährdet war.

Damit stand es 2:2 und mit Van Boening im letzten Satz des Abends gegen Jayson Shaw bot sich den USA die Möglichkeit, erstmals seit 2012 wieder einen Tag in Führung zu gehen. Und so geschah es auch. Van Boening, der bei früheren Mosconi Cups nicht immer glücklich agierte, konnte seine Dämonen im Zaum halten und überrollte den selbstbewussten Schotten mit 5:0, was auch in der Höhe völlig verdient war.

Der amerikanische Kapitän kommentierte: „Wir kennen unsere Spieler, wir wissen, wie gut wir sind und wir kennen unsere Stärken, und wir unterstützen uns gegenseitig und helfen uns gegenseitig. Nach dem heutigen Tag können wir ein wenig feiern, aber klar ist auch, dass wir noch acht weitere Punkte brauchen, um den Cup zu gewinnen. Unser Plan für morgen ist es, den Tag zu gewinnen und ein wenig besser zu spielen.“

Europas Kapitän Marcus Chamat: „Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, sie haben gut gespielt. Wir liegen 3:2 hinten, aber es ist noch ein langer Weg. Wir hatten in ein paar Spielen das Glück nicht auf unserer Seite und das ist eigentlich alles, was noch fehlt. Das ist Teil des Sports, manchmal gewinnt man Spiele und manchmal verliert man. Wir werden versuchen, die Dinge zu verbessern, die wir verbessern können. Es wäre gut, wenn wir die Session morgen gewinnen könnten.“

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*